Von Polaroids zu Prompts
- 27. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Warum sich KI für mich wie Kontinuität anfühlt, nicht wie ein Bruch
Mit KI zu arbeiten fühlt sich für mich wie Freiheit an.
Sie erlaubt mir, Ideen schneller und intuitiver in Bilder zu übersetzen, ohne viele der Grenzen, die die Bildentstehung früher geprägt haben. Ich kann einem Gedanken direkt folgen und sehen, wohin er führt. Diese Offenheit passt zu meiner Arbeitsweise.
Aber meine Beziehung zu Bildern begann lange vor der KI.
Was die analoge Fotografie mich gelehrt hat
Ich habe Fotografie gelernt, in der Zeit von Polaroids, Analogfilm und physischen Sets. Jedes Bild brauchte Vorbereitung, Präzision und Geduld. Licht musste sorgfältig aufgebaut werden. Materialien mussten gewählt werden. Jede Entscheidung zählte.
Das hat mich gelehrt, das Bild zu respektieren. Und es hat geprägt, wie ich heute arbeite.
Denn wenn man weiß, wie viel Zeit und Handwerk früher in eine einzige Fotografie geflossen sind, versteht man KI anders.
KI als Fortsetzung, nicht als Gegenteil
Für mich ist KI nicht das Gegenteil von Handwerk. Sie ist seine Fortsetzung.
Die Werkzeuge haben sich verändert – die Fragen dahinter nicht:
Was soll ein Bild ausdrücken?
Welche Atmosphäre soll es erzeugen?
Wie soll es sich in einem Raum anfühlen?
Das sind dieselben Fragen, die ich mit Kamera und Lichtaufbau gestellt habe. Es sind dieselben Fragen, die ich heute mit KI stelle.
Was das für Bonnyvue bedeutet
Genau zu dieser Frage komme ich bei Bonnyvue immer wieder zurück: nicht, was KI kann, sondern was ein Bild in einem bestimmten Raum, für einen bestimmten Menschen, leisten soll.
Ich entwickle jedes Werk noch immer so, wie ich früher an ein Shooting herangegangen bin – ausgehend vom Raum, nicht vom Werkzeug. Die Materialien, die Farben, die Atmosphäre. Das, was bereits da ist.
Die Werkzeuge haben sich verändert. Die Haltung nicht.

