Form, Körper, Raum – wenn Skulptur und Interior sich begegnen
- Anna Rojahn
- 12. Mai 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Mai 2025

Skulptur ist Kunst. Interior Design ist Gestaltung. Zwei Disziplinen, die oft getrennt betrachtet werden – museal auf der einen Seite, funktional auf der anderen. Und doch überschneiden sie sich in vielem, was ihre Wirkung betrifft.
Beide arbeiten mit Raum, Form, Material. Beide beeinflussen, wie wir eine Umgebung wahrnehmen – bewusst oder beiläufig. Ihre Nähe liegt nicht in der Funktion, sondern in der Art, wie sie sich im Raum verhalten. Man spürt sie. Durch Abstand, durch Maßverhältnisse, durch Gewicht.
Dieser Beitrag nähert sich dieser Verbindung an – nicht theoretisch, sondern über Beobachtung. Mich fasziniert diese Verwandtschaft. Skulptur und Interior Design inspirieren mich immer wieder aufs Neue – ihre Klarheit, ihre Reduktion, ihr Umgang mit Raum.
Form ist Sprache – und der Körper versteht sie
Skulptur und Interior Design erklären nichts. Sie kommunizieren über Form. Und der Mensch versteht diese Sprache – nicht mit Begriffen, sondern mit dem Körper.
Diese Wirkung entsteht nicht durch Wissen, sondern durch Erfahrung. Räume sprechen, bevor wir sie benennen können.
Ein enger Flur, ein zu niedriger Tisch, eine massive Figur im Raum: Man muss nichts darüber wissen, um ihre Wirkung zu spüren. Die Relation von Maß, Material und Platz entscheidet über Spannung oder Ruhe. Was gesetzt wird, wirkt – auch ohne Absicht oder Erklärung.
Grenzverschiebungen – Skulptur im Raum, Interior als Form
Wenn ein Raum gut gestaltet ist, wirkt er fast wie eine begehbare Skulptur. Die Linien, die Materialien, die Proportionen – sie formen eine räumliche Erfahrung, die nicht dekorativ ist, sondern strukturell Manche Möbelstücke wirken selbst wie Skulpturen – die Grenzen zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand verschwimmen
Wahrnehmung als gestalterische Qualität
Gestaltung beeinflusst nicht nur, was wir sehen – sondern wie wir uns im Raum bewegen. Eine Skulptur kann Blickachsen verschieben. Ein Möbelstück kann Nähe erzeugen oder Distanz halten.
Was beide Disziplinen verbindet, ist der bewusste Umgang mit räumlichen Spannungen.
Eine stille Verwandtschaft
Ob als gesetzte Form oder gestalteter Raum – Skulptur und Interior Design folgen einem ähnlichen Prinzip: Sie setzen etwas in Beziehung. Zwischen Objekt und Umgebung, zwischen Maßstab und Material, zwischen Körper und Bewegung.
Sie müssen nichts erklären. Ihre Sprache ist sichtbar – und spürbar.

Was haben Skulptur und Interior Design gemeinsam? Beide Disziplinen gestalten Raum über Form, Material und Proportion. Sie schaffen Spannung, Ordnung und Atmosphäre – nicht durch Worte, sondern durch Setzung.
Wie beeinflusst eine Skulptur die Raumwahrnehmung? Skulpturen verändern Raumachsen, Blickrichtungen und Gewichtung im Raum. Sie schaffen Bezugspunkte, markieren Ruhe oder Bewegung – oft ohne erklärende Funktion.
Warum passt skulpturales Denken in die Innenarchitektur? Weil es hilft, Räume nicht nur funktional, sondern räumlich-poetisch zu denken – mit Klarheit, Volumen und Haltung.



